Celtic Warriors Against Roman Conquest
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Man-to-Man Combat in 13th Century England – Ein Klassiker des taktischen Mittelalter-Wargamings
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Wenn heute von taktischen Hex-&-Counter-Wargames die Rede ist, fallen meist moderne Titel mit aufwendigen Regeln und dicken Regelbüchern. Dabei legte bereits Cry Havoc im Jahr 1981 den Grundstein für ein ganzes Genre. Das von Tony Webster entwickelte Spiel versetzt zwei Spieler in die Schlachten des mittelalterlichen Englands, wobei jede Spielfigur einen einzelnen Kämpfer repräsentiert – vom einfachen Bauern über Bogenschützen bis hin zum schwer gepanzerten Ritter.
Statt große Armeen zu kommandieren, stehen kleine Gefechte mit 20 bis 50 Kämpfern im Mittelpunkt. Jede Bewegung, jeder Schwerthieb und jeder Pfeilschuss kann den Ausgang eines Szenarios entscheiden. Genau diese Detailtiefe machte Cry Havoc zu einem Meilenstein des taktischen Wargamings und begründete eine ganze Spielserie mit Erweiterungen und Nachfolgern.
Thema: Man-to-Man Combat in 13th Century England
Spieler: 1 – 4 Spieler
Spielzeit: 90 – 180
Designer: Gary Chalk
Künstler: Gary Chalk
Verlag: Footsore Miniatures & Games

Spielmechaniken im Überblick
Das Herzstück von Cry Havoc ist sein detailliertes taktisches Kampfsystem.
Jede Figur verfügt über individuelle Werte für:
- Bewegung
- Nahkampf
- Fernkampf
- Verteidigung
- Moral
Der Spielzug besteht aus Bewegung, Fernkampf und anschließendem Nahkampf. Das klingt zunächst vertraut, entwickelt jedoch schnell eine erstaunliche taktische Tiefe.
Gelände spielt eine entscheidende Rolle. Wälder bieten Deckung, Gebäude eignen sich hervorragend zur Verteidigung und Höhenunterschiede verschaffen Bogenschützen wertvolle Vorteile. Ritter dominieren offene Flächen, geraten in engen Gassen jedoch schnell in Schwierigkeiten.
Auch die Blickrichtung der Einheiten ist wichtig. Angriffe in den Rücken oder in die Flanke erhöhen die Erfolgschancen erheblich. Dadurch entsteht ein taktisches Stellungsspiel, das seiner Zeit weit voraus war.
Besonders gelungen ist die Vielfalt der Szenarien. Mal verteidigt eine kleine Garnison ein Dorf gegen überlegene Angreifer, ein anderes Mal versuchen Bauern, sich gegen schwer bewaffnete Ritter zu behaupten. Jedes Szenario verlangt eine andere Herangehensweise und nutzt die vorhandenen Karten auf unterschiedliche Weise.
Wer moderne Wargames gewohnt ist, wird feststellen, dass viele heute selbstverständliche Mechanismen – individuelle Einheiten, Sichtlinien oder unterschiedliche Waffenreichweiten – hier bereits vor über vier Jahrzehnten elegant umgesetzt wurden.ieren.



Inhalt
Für ein Spiel aus den frühen 1980er-Jahren bietet Cry Havoc erstaunlich viel Material.
Die Box enthält:
- zwei farbige Hexkarten mit unterschiedlichen Geländetypen
- über 200 Einheitenmarker
- mehrere Regel- und Szenariohefte
- Referenzblätter
- einen zwanzigseitigen Würfel
Besonders hervorzuheben sind die von Gary Chalk illustrierten Marker. Trotz ihres Alters besitzen sie bis heute einen hohen Wiedererkennungswert und vermitteln den Charme klassischer Wargames. Die verschiedenen Einheitentypen sind klar unterscheidbar und spiegeln ihre historischen Rollen gut wider.


Erweiterungen
Es ist ein viel umfangreicheres Projekt als das erste und enthält 29 Szenarien für „Cry Havoc“, „Siege“ und „Outremer“.
Mehr sehenSzenariobuch 1 bietet sechs neue Szenarien für das Spiel Cry Havoc sowie Regeln für den Einsatz von Bleifiguren bei Cry Havoc und Siege.
Mehr sehenDieses Spiel lässt in sieben Szenarien die Ära der skandinavischen Völker des 9. und 10. Jahrhunderts wieder aufleben.
Mehr sehenMit Croisades schuf Duccio Vitale im Jahr 1987 weit mehr als nur einen weiteren Ableger der erfolgreichen Cry Havoc-Serie. Das Spiel führt die Spieler in die Zeit der Kreuzzüge zwischen 1096 und 1291
Mehr sehenWährend sich Cry Havoc hauptsächlich auf offene Gefechte konzentriert, stehen in Siege mächtige Burgmauern, Zugbrücken, Belagerungstürme, Leitern und Rammböcke im Mittelpunkt. Der Angreifer muss seine Kräfte geschickt koordinieren, während der Verteidiger jede Schwachstelle der Festung ausnutzt.
Mehr sehenCry-Havoc-System Universum
Historic’One
The Norman Saga
Dieses Kriegsspiel lässt die Spieler in die Abenteuer des berühmten Robin Hood und seiner Bande von Gesetzlosen eintauchen. Sie werden dem schrecklichen Sheriff von Nottingham und seinen Männern in zahlreichen Gefechten im Sherwood-Wald oder in der nahegelegenen Dorfkneipe gegenüberstehen.
Mehr sehenDIEX AÏE 2 („Gott stehe uns bei!“ auf Altfranzösisch, der Schlachtruf des Herzogs der Normandie) spielt in England kurz vor der Schlacht von Hastings in der zweiten Hälfte des 11. Jahrhunderts.
Mehr sehenGUISCARD simuliert die epische Eroberung Süditaliens und Siziliens durch die Normannen unter der Führung von Robert Guiscard („der Listige“ oder „das Wiesel“) im elften Jahrhundert. Das Spiel umfasst die verschiedenen Fraktionen jener Zeit, darunter die Byzantiner, die Araber von Sizilien, die Langobarden und natürlich die Normannen, die als bloße Söldner in dieses Gewirr aus widersprüchlichen Interessen gerieten und beschlossen, die Macht mit Waffengewalt an sich zu reißen.
Mehr sehenThe Kingdom of Jerusalem Saga
Ager Sanguinis (lateinisch für „Das Feld des Blutes“) ist der Name der Schlacht, die Roger von Antiochia im Jahr 1119 verlor. Das Spiel spielt in Nordsyrien und simuliert die erbitterten Kämpfe zwischen den Nachfahren der Normannen, die Bohemund von Tarent folgten – dem Sohn von Robert Guiscard und Gründer des Fürstentums Antiochia im 12. Jahrhundert.
Mehr sehenRoma Victrix Saga
OPPIDUM ist ein taktisches Skirmish-Brettspiel, das in den 50er Jahren v. Chr. spielt, als Julius Cäsar nacheinander die verschiedenen keltischen und germanischen Völker in Westeuropa und (dem späteren Großbritannien) angriff.
Mehr sehenSCORE OUT OF 10
7
VERDICT & FINAL NOTE
Cry Havoc zeigt eindrucksvoll, dass gute Spielmechaniken kaum altern. Natürlich ist die Präsentation nicht mehr zeitgemäß, und wer Miniaturen oder spektakuläre Grafiken erwartet, wird enttäuscht sein. Dafür erhält man ein ausgesprochen elegantes taktisches System, das mit vergleichsweise einfachen Regeln erstaunlich viele Möglichkeiten eröffnet.
Besonders gefällt mir die Konzentration auf einzelne Kämpfer. Jeder Ritter, jeder Bogenschütze und sogar jeder Bauer kann zum Helden – oder tragischen Opfer – einer Partie werden. Das erzeugt eine ganz eigene Atmosphäre, die viele moderne Wargames mit ihren großen Einheiten gar nicht erreichen.
Wer bereit ist, sich auf einen echten Klassiker einzulassen, entdeckt hier eines der einflussreichsten Mittelalter-Wargames überhaupt. Und seien wir ehrlich: Einen Ritter mit einer Gruppe wütender Bauern einzukreisen, macht heute noch genauso viel Spaß wie Anfang der 1980er.
Persönlich finde ich schade, dass das System nicht auf dem neusten Stand gebracht wurde, hier hätte man sich mit Historic´One in Verbindung setzen sollen.
Die stärke (dicke) der Countern ist auch etwas veraltet, hier würde die gleiche (dünne) Stärke wie im Originalen verwendet.
Abschließende Bemerkung
Cry Havoc gehört zweifellos zu den Klassikern des Hex-&-Counter-Hobbys. Trotz seines Alters überzeugt das Spiel noch immer durch seine klare Struktur und sein hervorragend funktionierendes Kampfsystem.
Natürlich merkt man dem Design sein Erscheinungsjahr an. Einige Regeln wirken heute etwas umständlich, und manche Tabellen verlangen gelegentlich einen Blick ins Regelheft. Gleichzeitig liegt genau darin auch ein Teil seines Charmes.
Die taktischen Entscheidungen fühlen sich jederzeit sinnvoll an. Positionierung, Gelände und geschicktes Zusammenspiel der verschiedenen Einheitentypen sind deutlich wichtiger als bloßes Würfelglück.
Wer historische Mittelaltergefechte liebt und Freude an klassischen Wargames hat, findet hier einen echten Meilenstein, dessen Einfluss noch heute in vielen modernen taktischen Spielen erkennbar ist.
Empfehlung
PROS
- zeitloses taktisches Kampfsystem
- hervorragende Nutzung von Gelände und Sichtlinien
- abwechslungsreiche Szenarien
- historisch stimmige Einheiten
- hoher Wiederspielwert
- einer der bedeutendsten Klassiker des Genres
CONS
- Material wirkt heute sichtbar gealtert
- Regelwerk an einigen Stellen umständlich
- Tabellen erfordern gelegentlich Nachschlagen










10 Gedanken zu “Cry Havoc (Remastered)”