Oppidum

Oppidum

Celtic Warriors Against Roman Conquest

Übersicht

Mit Oppidum erweitert Historic’One seine erfolgreiche Cry-Havoc-Spielreihe um die Epoche der Gallischen Kriege. Statt normannischer Ritter oder mittelalterlicher Bogenschützen stehen diesmal römische Legionäre, keltische Krieger, germanische Stammeskämpfer und britische Streitwagen im Mittelpunkt. Das Spiel versetzt die Spieler in die 50er-Jahre v. Chr., als Julius Caesar große Teile Galliens eroberte und seinen ersten Feldzug nach Britannien unternahm.

Wie bei den anderen Spielen der Reihe repräsentiert jeder Marker einen einzelnen Kämpfer. Dadurch entsteht ein äußerst taktisches Skirmish-Wargame, bei dem jede Bewegung, jede Formation und jeder Angriff über Sieg oder Niederlage entscheiden kann.

Thema: Das beliebte „Cry Havoc“-Wargame-System, angepasst für die Gallischen Kriege
Spieler: 2 – 4 Spieler
Spielzeit: 90 -0180
Designer: Buxeria, Martin Krauel
Künstler: Buxeria, Florent Vincent
Verlag: Historic’One

Spielmechaniken im Überblick

Das Grundsystem orientiert sich an den klassischen Cry-Havoc-Regeln, wurde jedoch in vielen Bereichen modernisiert.

Jede Figur besitzt individuelle Werte für:

  • Bewegung
  • Nahkampf
  • Fernkampf
  • Moral
  • Verteidigung

Im Verlauf einer Partie wechseln sich Bewegung, Fernkampf und Nahkampf ständig ab. Dabei spielen Gelände, Sichtlinien und die Ausrichtung der Einheiten eine zentrale Rolle.

Neu hinzu kommen zahlreiche Besonderheiten der Antike.

Die römischen Legionäre können verschiedene Formationen bilden und ihre berühmte Disziplin ausspielen. Kelten und Germanen verlassen sich dagegen stärker auf aggressive Nahkampfangriffe, während britische Streitwagen eine enorme Beweglichkeit besitzen und überraschende Flankenmanöver ermöglichen.

Auch Belagerungen gehören erstmals zum Spielsystem. Spieler können römische Feldbefestigungen angreifen oder verteidigen, Belagerungsgeräte einsetzen und Caesars berühmte Verschanzungen rund um Alesia nachspielen. Selbst der tödliche Scorpio, eine römische leichte Balliste, findet seinen Platz auf dem Schlachtfeld.

Besonders gelungen ist die Szenariovielfalt. Mal eskortieren Römer einen Versorgungskonvoi durch feindliches Gebiet, ein anderes Mal versuchen keltische Krieger, eine römische Stellung zu überrennen oder die Landung in Britannien zu verhindern.

Und seien wir ehrlich: Wer glaubt, dass ein paar wütende Gallier gegen eine Legion keine Chance haben, sollte erst einmal erleben, wie schnell selbst perfekt ausgebildete Legionäre in einem Wald die Orientierung verlieren.


Inhalt

Bereits beim Öffnen der Schachtel wird deutlich, dass Historic’One erneut großen Wert auf Materialqualität gelegt hat.

Die Box enthält unter anderem:

  • sechs vollfarbige taktische Karten
  • drei Counterbögen mit zahlreichen Einheiten
  • Regelheft
  • 40-seitiges Szenario- und Geschichtsbuch
  • fünf farbige Spielhilfen
  • einen zehnseitigen Würfel

Die Marker sind hochwertig verarbeitet und zeigen hervorragend illustrierte Einzelfiguren. Die Karten überzeugen durch ihre klare Gestaltung und bilden Wälder, Dörfer, Flüsse, Befestigungen und das berühmte Oppidum von Alesia detailreich ab. Insgesamt stehen 16 Szenarien mit ansteigendem Schwierigkeitsgrad zur Verfügung, wodurch sich das Spiel hervorragend zum schrittweisen Erlernen der Regeln eignet.er regelmäßig Chaos auf das Schlachtfeld wirft – ganz so, wie es im echten Gefecht häufig der Fall war.

Erweiterungen

Cry-Havoc-System Universum


Cry Havoc (Remastered)

Historic’One Norman Saga

Historic’One The Kingdom of Jerusalem Saga

SCORE OUT OF 10

10

VERDICT & FINAL NOTE


Oppidum gehört ohne Zweifel zu den stärksten Spielen der modernen Historic’One-Reihe. Das bewährte Cry-Havoc-System wurde sinnvoll erweitert und hervorragend an die Antike angepasst.

Besonders überzeugen die unterschiedlichen Fraktionen. Römer kämpfen völlig anders als Kelten oder Germanen, wodurch jede Partie neue taktische Herausforderungen bietet. Die zahlreichen Szenarien sorgen zusätzlich für eine hohe Wiederspielbarkeit.

Der Einstieg fällt erfahrenen Wargamern leicht, während Einsteiger dank der ansteigenden Komplexität der Szenarien ebenfalls gut abgeholt werden. Wer Freude an historischen Skirmish-Spielen hat, erhält hier ein außergewöhnlich atmosphärisches Wargame.

Abschließende Bemerkung
Für mich zeigt Oppidum, wie flexibel das Cry-Havoc-System auch Jahrzehnte nach seiner Entstehung noch immer ist. Die Kombination aus Einzelkämpfern, historischen Formationen und abwechslungsreichen Szenarien sorgt für intensive Gefechte, bei denen jede Entscheidung Gewicht besitzt.

Besonders gefallen mir die vielen historischen Details. Die Unterschiede zwischen römischer Disziplin und dem eher impulsiven Kampfstil der keltischen Krieger sind nicht nur im Hintergrundtext vorhanden, sondern spiegeln sich direkt in den Spielmechaniken wider.

Wer historische Skirmish-Wargames liebt und sich für die Gallischen Kriege interessiert, findet in Oppidum eines der besten Spiele der aktuellen Historic’One-Reihe.

Empfehlung

PROS


  • hervorragend überarbeitetes Cry-Havoc-System
  • spannende Epoche der Gallischen Kriege
  • vier asymmetrische Fraktionen
  • abwechslungsreiche Szenarien
  • Belagerungen und römische Formationen sorgen für zusätzliche taktische Tiefe
  • hochwertige Karten und Counter
  • hoher Wiederspielwert

CONS


  • Einarbeitung in die Regeln notwendig
  • englische oder französische Sprachkenntnisse empfehlenswert
  • benötigt relativ viel Platz auf dem Spieltisch
  • richtet sich eher an Wargamer als an Gelegenheitsspieler

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