Belagerungskrieg auf dem Höhepunkt des Cry-Havoc-Systems
Übersicht
Mit The Anarchy von Buxeria und Massimo Predonzani erweitert Historic’One die Norman Saga um eines der dramatischsten Kapitel der englischen Geschichte. Das Spiel spielt während des Bürgerkriegs zwischen König Stephan von Blois und Kaiserin Matilda in den Jahren 1135 bis 1154 – einer Epoche, die als „The Anarchy“ in die Geschichte einging. Zahlreiche Burgen wechselten in dieser Zeit den Besitzer, weshalb Belagerungen zum prägenden Element des Konflikts wurden. Genau diesen Schwerpunkt greift das Spiel auf und entwickelt die klassischen Belagerungsregeln des Cry-Havoc-Systems umfassend weiter.
The Anarchy ist keine eigenständige Veröffentlichung, sondern eine Erweiterung für Guiscard, Diex Aïe 2 oder Ager Sanguinis. Sie nutzt deren Grundregeln und ergänzt sie um zahlreiche neue Mechaniken, Karten und Kampagnen rund um mittelalterliche Festungskriege.
Thema und Setting
Spielmechaniken im Überblick
Während das grundlegende Cry-Havoc-System erhalten bleibt, erweitert The Anarchy die Belagerungsregeln erheblich.
Neu hinzu kommen unter anderem:
- große Rammböcke
- Belagerungstürme
- Mangonelle
- Ballisten
- Steinschleudern
- Hurden
- Baugerüste
- verbesserte Sturmleitern
- neue Mauerdurchbrüche
Der Schwerpunkt liegt klar auf der Eroberung und Verteidigung befestigter Anlagen. Angreifer müssen ihre Belagerungsmaschinen geschickt einsetzen, Breschen schlagen und mehrere Angriffsachsen koordinieren. Verteidiger versuchen dagegen, Wehrgänge zu halten, Belagerungsgeräte zu zerstören und den Gegner möglichst lange aufzuhalten.
Besonders gelungen ist die Vielfalt der Szenarien. Kleine Grenzburgen spielen sich völlig anders als große Steinburgen mit mehreren Verteidigungslinien. Durch die modularen Karten entstehen zahlreiche unterschiedliche Festungsanlagen, wodurch sich der Wiederspielwert erheblich erhöht.
Neben den taktischen Gefechten enthält die Erweiterung außerdem einen vollständigen Kampagnenmodus. Auf einer strategischen Karte bewegen die Spieler ihre Truppen durch England, belagern Burgen und lösen Begegnungen anschließend auf den taktischen Karten aus. Dadurch entsteht eine gelungene Verbindung aus Strategie und detaillierten Belagerungsgefechten.
Und seien wir ehrlich: Sobald ein riesiger Rammbock langsam auf das Burgtor zurollt, verliert selbst der tapferste Burgherr plötzlich ein wenig von seiner Gelassenheit. Erweiterung spürbar mehr Abwechslung. Und seien wir ehrlich: Ein römischer Legionär fühlt sich zwischen engen Holzhäusern ungefähr so wohl wie ein Streitwagen in einer Sackgasse.

Inhalt
Die Erweiterung bietet eine beeindruckende Ausstattung und richtet sich klar an Spieler, die das Cry-Havoc-System intensiv nutzen möchten.
Die Box enthält unter anderem:
- drei vollfarbige taktische Hexfeldkarten
- drei Bögen mit Overlays für Belagerungsanlagen
- zwei Counterbögen mit neuen Einheiten
- eine strategische Kampagnenkarte
- zwei Bögen mit Kampagnenmarkern
- 36-seitiges Regelheft
- 36-seitiges Geschichts- und Szenarioheft
- acht Spielhilfen
- einen zehnseitigen Würfel
Besonders hervorzuheben sind die zahlreichen Overlay-Elemente. Hurden (hölzerne Wehrgänge), Baugerüste, Belagerungstürme und weitere Geländeteile verändern jede Burganlage individuell und sorgen dafür, dass keine Belagerung der anderen gleicht.uf stabilem, lackiertem Karton produziert und entsprechen dem Standard der übrigen Historic’One-Produkte.




Hauptspiel
Erweiterungen
„THE ANARCHY“ ist die Bezeichnung für den Bürgerkrieg um die Thronfolge von Heinrich I. Beauclerc, König von England und Herzog der Normandie, der von 1135 bis 1154 wütete. In diesem Krieg standen sich Stephan von Blois und Kaiserin Mathilde, die Ehefrau von Geoffrey Plantagenet, gegenüber.
Mehr sehenSCORE OUT OF 10
10
VERDICT & FINAL NOTE
Fazit
The Anarchy gehört zu den umfangreichsten und ausgereiftesten Erweiterungen der Norman Saga. Statt lediglich neue Einheiten hinzuzufügen, überarbeitet das Spiel das gesamte Belagerungssystem und macht Festungskämpfe zum Mittelpunkt des Spielerlebnisses.
Besonders überzeugen die hochwertigen Karten, die zahlreichen Belagerungsmaschinen und die große historische Authentizität. Die Erweiterung vermittelt eindrucksvoll, weshalb Burgen im 12. Jahrhundert eine so entscheidende Rolle spielten.
Da das Spiel die Grundregeln von Guiscard, Diex Aïe 2 oder Ager Sanguinis voraussetzt, richtet es sich in erster Linie an erfahrene Spieler des Cry-Havoc-Systems. Wer diese bereits besitzt, erhält jedoch eine der stärksten Erweiterungen der gesamten Reihe.
Abschließende Bemerkung
Für mich ist The Anarchy die definitive Belagerungserweiterung für das moderne Cry-Havoc-System. Die neuen Regeln wirken nicht aufgesetzt, sondern ergänzen das bestehende Spiel perfekt.
Besonders gefallen mir die modularen Burganlagen und die Vielzahl an Belagerungsmaschinen. Jede Festung verlangt eine andere Vorgehensweise, sodass sich kein Angriff wie der vorherige anfühlt. Gleichzeitig bleibt das eigentliche Cry-Havoc-Spielgefühl vollständig erhalten.
Wer mittelalterliche Burgen, historische Belagerungen und taktische Skirmish-Wargames liebt, findet in The Anarchy eine Erweiterung, die das Grundspiel auf beeindruckende Weise erweitert.
PROS
- umfangreiche Überarbeitung der Belagerungsregeln
- zahlreiche neue Belagerungsmaschinen
- modulare Burgen und Overlays
- spannender Kampagnenmodus
- sehr hohe historische Authentizität
- hervorragend mit der Norman Saga kombinierbar
- hoher Wiederspielwert
CONS
- kein eigenständiges Spiel
- setzt Guiscard, Diex Aïe 2 oder Ager Sanguinis voraus
- umfangreiches Regelwerk
- richtet sich vor allem an erfahrene Wargamer
