Sechs neue Herausforderungen für den Mittelalterklassiker
Übersicht
Nach dem großen Erfolg von Cry Havoc veröffentlichte Standard Games and Publications im Jahr 1984 das Cry Havoc Scenario Book 1. Anders als eine klassische Erweiterung mit neuen Spielplänen oder Einheiten konzentriert sich dieses 22-seitige Szenarienheft vollständig auf frische Missionen und taktische Herausforderungen. Ziel war es, den Wiederspielwert des Grundspiels deutlich zu erhöhen und Spielern neue Möglichkeiten zu bieten, das bewährte Mann-gegen-Mann-Kampfsystem zu erleben.
Neben den neuen Szenarien enthält das Heft erstmals auch optionale Regeln, um 28-mm-Miniaturen anstelle der Pappmarker zu verwenden. Damit schlug das Scenario Book eine Brücke zwischen Brettspiel- und Miniaturenspielern – ein interessanter Ansatz, der seiner Zeit voraus war.
Thema und Setting
Spielmechaniken im Überblick
Das Scenario Book verändert die eigentlichen Cry-Havoc-Regeln nicht. Stattdessen entstehen durch die neuen Missionsziele völlig andere Spielsituationen.
Während im Grundspiel häufig klassische Scharmützel im Mittelpunkt stehen, verlangen die neuen Szenarien deutlich mehr taktisches Denken.
Zu den Missionen gehören beispielsweise:
- Rettungsaktionen
- Aufklärungsmissionen
- Eskorte wichtiger Personen
- Überfälle auf Versorgungstrupps
- Dorfverteidigungen
- Gefechte zwischen kleinen Elitegruppen
Dadurch rücken nicht allein Kampfwerte in den Vordergrund. Auch Zeitdruck, geschickte Positionierung und das Erreichen von Missionszielen entscheiden häufig über Sieg oder Niederlage.
Besonders abwechslungsreich ist The Battle of Little Wootton, das als zweiteiliges Szenario eine kleine Geschichte erzählt und mehrere Gefechte miteinander verbindet. Für damalige Verhältnisse war dies ein bemerkenswert erzählerischer Ansatz, der später viele Szenariohefte der Cry-Havoc-Reihe beeinflusste.
Ein interessantes Extra sind die Miniaturenregeln. Wer lieber bemalte Ritter über den Spieltisch schiebt als Pappmarker, findet hier einfache Hinweise, wie sich Cry Havoc mit 28-mm-Figuren spielen lässt. Heute mag das selbstverständlich wirken, 1984 war diese Idee jedoch durchaus innovativ. Und seien wir ehrlich: Ein Ritter sieht mit bemaltem Schild einfach noch ein wenig heldenhafter aus – zumindest bis ihn der erste Pfeil trifft.
Inhalt
Das Scenario Book 1 ist ein Softcover-Heft und enthält:
- sechs neue Szenarien
- vollständige Karten- und Aufstellungspläne
- besondere Siegbedingungen
- optionale Regeln für Miniaturenspiele
- Empfehlungen für den Einsatz von 28-mm-Figuren
Folgende Szenarien sind enthalten:
- The Knight Errant
- The Foraging Party
- The Knight’s Lady
- Reconnaissance Patrol
- The Rescue
- The Battle of Little Wootton (zweiteilig)
Jedes Szenario beschreibt den historischen Hintergrund, die benötigten Karten, die beteiligten Einheiten sowie besondere Sonderregeln und Siegbedingungen.schönsten Karten der gesamten Cry-Havoc-Reihe und eröffnet zahllose taktische Möglichkeiten.tät auf stabilem, lackiertem Karton produziert und entsprechen dem Standard der übrigen Historic’One-Produkte.


Hauptspiel
Erweiterungen
Es ist ein viel umfangreicheres Projekt als das erste und enthält 29 Szenarien für „Cry Havoc“, „Siege“ und „Outremer“.
Mehr sehenSzenariobuch 1 bietet sechs neue Szenarien für das Spiel Cry Havoc sowie Regeln für den Einsatz von Bleifiguren bei Cry Havoc und Siege.
Mehr sehenDieses Spiel lässt in sieben Szenarien die Ära der skandinavischen Völker des 9. und 10. Jahrhunderts wieder aufleben.
Mehr sehenMit Croisades schuf Duccio Vitale im Jahr 1987 weit mehr als nur einen weiteren Ableger der erfolgreichen Cry Havoc-Serie. Das Spiel führt die Spieler in die Zeit der Kreuzzüge zwischen 1096 und 1291
Mehr sehenWährend sich Cry Havoc hauptsächlich auf offene Gefechte konzentriert, stehen in Siege mächtige Burgmauern, Zugbrücken, Belagerungstürme, Leitern und Rammböcke im Mittelpunkt. Der Angreifer muss seine Kräfte geschickt koordinieren, während der Verteidiger jede Schwachstelle der Festung ausnutzt.
Mehr sehenSCORE OUT OF 10
10
VERDICT & FINAL NOTE
Fazit
Cry Havoc Scenario Book 1 ist keine große Erweiterung, sondern eine sinnvolle Ergänzung für alle Besitzer des Grundspiels. Die sechs neuen Szenarien sorgen für deutlich mehr Abwechslung und zeigen, wie flexibel das Cry-Havoc-System bereits in den 1980er-Jahren war.
Besonders gelungen ist die Vielfalt der Missionsziele. Statt immer nur den Gegner vollständig auszuschalten, stehen häufig Rettungen, Aufklärung oder gezielte Überfälle im Mittelpunkt. Dadurch fühlen sich die Szenarien deutlich abwechslungsreicher an als viele Standardgefechte.
Aus heutiger Sicht wirkt das Heft natürlich schlicht gestaltet. Inhaltlich besitzt es jedoch bis heute einen hohen Stellenwert innerhalb der Cry-Havoc-Reihe und bildet den Auftakt einer Reihe offizieller Szenarienbücher.
Abschließende Bemerkung
Ich mag Scenario Book 1 vor allem deshalb, weil es zeigt, wie viel Potenzial bereits im ursprünglichen Cry-Havoc-System steckte. Mit relativ einfachen Mitteln entstehen völlig neue Spielsituationen, ohne dass zusätzliche Regeln notwendig sind.
Gerade The Rescue oder The Knight Errant fühlen sich fast wie kleine mittelalterliche Abenteuer an und erzählen auf dem Spielfeld eine Geschichte. Das macht den Reiz dieser Sammlung auch heute noch aus.
Für Sammler der Cry-Havoc-Reihe gehört dieses Heft ohnehin zur Pflichtausstattung. Wer das Grundspiel regelmäßig spielt, erhält sechs Szenarien, die den Wiederspielwert spürbar erhöhen.
PROS
- sechs abwechslungsreiche Szenarien
- unterschiedliche Missionsziele
- erhöht den Wiederspielwert deutlich
- keine zusätzlichen Regeln notwendig
- enthält optionale Miniaturenregeln
- historisch wichtiger Bestandteil der Cry-Havoc-Reihe
CONS
- keine neuen Karten oder Einheiten
- schlichtes Erscheinungsbild
- heute nur noch schwer gebraucht erhältlich
- richtet sich ausschließlich an Besitzer des Grundspiels




