Viking Raiders

Viking Raiders

Wikingerüberfälle mit dem Cry-Havoc-System

Übersicht

Mit Viking Raiders entführten Jean-Michel Clément, Yves Fagherazzi, David Levell und Duccio Vitale die erfolgreiche Cry Havoc-Reihe in das Zeitalter der Wikinger. Das Spiel erschien ursprünglich bei Eurogames und versetzt die Spieler in die Zeit zwischen dem 8. und 11. Jahrhundert, als nordische Krieger mit ihren Langschiffen die Küsten Englands und des europäischen Festlands heimsuchten. Im Mittelpunkt stehen taktische Gefechte, Überfälle auf Dörfer und Klöster sowie amphibische Operationen, die das bewährte Cry-Havoc-System um spannende maritime Elemente erweitern.

Anders als frühere Titel der Serie kämpfen die Einheiten nicht nur an Land. Langschiffe, Küstenkarten und Landungsoperationen eröffnen völlig neue taktische Möglichkeiten und verleihen Viking Raiders einen ganz eigenen Charakter.

Thema und Setting

Spielmechaniken im Überblick

Das Herzstück bleibt das bekannte Cry-Havoc-System, bei dem jeder Marker einen einzelnen Kämpfer darstellt.

Neu hinzu kommen zahlreiche Mechaniken rund um die Seefahrt.

Dazu gehören unter anderem:

  • Bewegung mit Langschiffen
  • Landungsoperationen
  • Kämpfe an Stränden
  • Überfälle auf Dörfer und Klöster
  • kombinierte Angriffe zu Wasser und zu Land

Die Wikinger besitzen hervorragende Nahkampffähigkeiten und profitieren von ihrer Beweglichkeit. Ihre Stärke liegt im schnellen Angriff und ebenso schnellen Rückzug, bevor größere Verteidigungskräfte eintreffen.

Die Verteidiger müssen dagegen ihre wenigen Truppen geschickt einsetzen, wichtige Gebäude schützen und die Landungszonen kontrollieren. Besonders spannend wird es, wenn mehrere Schiffe gleichzeitig an verschiedenen Küstenabschnitten anlegen und der Verteidiger entscheiden muss, wo er seine begrenzten Kräfte einsetzt.

Je nach Szenario kämpfen Wikinger gegen:

  • angelsächsische Verteidiger
  • fränkische Truppen
  • Küstenmilizen
  • Burggarnisonen

Das Spiel enthält mehrere historische Szenarien und lässt sich außerdem hervorragend mit Cry Havoc und Siege kombinieren. Dadurch entstehen deutlich größere Kampagnen mit Belagerungen und anschließenden Küstenüberfällen.

Und seien wir ehrlich: Sobald das erste Langschiff am Strand aufläuft und die Wikinger mit erhobenen Äxten von Bord springen, wird selbst das friedlichste Kloster schlagartig zum ungesündesten Ort der Umgebung..

Inhalt

Die Ausstattung orientiert sich am klassischen Cry-Havoc-Standard, erweitert diesen jedoch um zahlreiche maritime Elemente.

Die Box enthält unter anderem:

  • mehrere taktische Hexkarten mit Küsten- und Meeresabschnitten
  • zusätzliche Insel- und Landungskarten (je nach Ausgabe)
  • zahlreiche Einheitenmarker
  • Wikinger-Langschiffe
  • Regel- und Szenarioheft
  • mehrere historische Szenarien

Besonders gelungen sind die Karten mit ihren Fjorden, Stränden und Küstenbefestigungen. Erstmals spielt das Wasser selbst eine entscheidende Rolle für die taktische Planung.

Hauptspiel

Erweiterungen

SCORE OUT OF 10

10

VERDICT & FINAL NOTE


Fazit
Viking Raiders erweitert das Cry-Havoc-System auf sinnvolle Weise. Die neuen Seebewegungen und amphibischen Landungen sorgen für deutlich mehr taktische Möglichkeiten, ohne die bekannten Spielmechaniken unnötig zu verkomplizieren.

Besonders überzeugen die abwechslungsreichen Szenarien, bei denen Angreifer und Verteidiger völlig unterschiedliche Aufgaben erfüllen. Während die Wikinger schnell zuschlagen und Beute machen wollen, versuchen die Verteidiger Zeit zu gewinnen und ihre Siedlungen zu schützen.

Auch Jahrzehnte nach seiner Veröffentlichung gehört Viking Raiders zu den interessantesten Erweiterungen der Cry-Havoc-Reihe und bietet ein Thema, das hervorragend zum taktischen Spielsystem passt.

Abschließende Bemerkung
Für mich zählt Viking Raiders zu den gelungensten Titeln der gesamten Cry-Havoc-Serie. Die Kombination aus See- und Landgefechten bringt frischen Wind in das bewährte Regelwerk und sorgt dafür, dass sich jede Partie anders anfühlt.

Besonders gefallen mir die amphibischen Operationen. Schon die Wahl des richtigen Landeplatzes kann über Erfolg oder Misserfolg eines Überfalls entscheiden. Zusammen mit den historischen Szenarien entsteht ein spannendes Wargame, das den Charakter der Wikingerzeit hervorragend einfängt.

Wer bereits Cry Havoc oder Siege besitzt und nach neuen taktischen Herausforderungen sucht, sollte Viking Raiders unbedingt einen Platz in seiner Sammlung geben.

PROS


  • gelungene Erweiterung des Cry-Havoc-Systems
  • spannende See- und Landgefechte
  • Langschiffe und Küstenkarten sorgen für neue taktische Möglichkeiten
  • historische Wikinger-Szenarien
  • vollständig mit anderen Cry-Havoc-Titeln kombinierbar
  • hoher Wiederspielwert

CONS


  • richtet sich eher an erfahrene Wargamer
  • heute nur noch schwer erhältlich
  • Regelwerk erweitert den Umfang des Grundsystems
  • Material entspricht dem Produktionsstandard der späten 1980er-Jahre

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