Battle of the Bulge
Übersicht
In Lanzerath Ridge übernimmst du die Kontrolle über die amerikanischen Verteidiger. Unter deinem Kommando müssen die Verteidiger die unerbittlichen Angriffe deutscher Fallschirmjäger und Infanteristen abwehren. Dein Ziel ist es, die unglaubliche historische Leistung nachzustellen, indem du die wichtigen Straßen der Stadt verteidigst und den Vormarsch einer SS-Panzerdivision verzögerst. Im Spiel wird diese Leistung durch vier Wellen deutscher Angreifer dargestellt. Du musst die Moral aufrechterhalten, wichtige Informationen weitergeben, spezielle Ziele erreichen und deine Position um jeden Preis halten.
Thema: Kommandier einen amerikanischen Zug gegen 500 deutsche Fallschirmjäger im Zweiten Weltkrieg!
Spieler: 1 Spieler
Spielzeit: 60 – 75 Minuten
Designer: David Thompson
Künstler: –
Verlag: DVG Games

Spielmechaniken im Überblick
Der Kern des Spiels ist schnell erklärt, die Umsetzung dagegen angenehm knifflig.

- Die deutschen Einheiten greifen in Wellen an, gesteuert durch Karten
- Du kontrollierst die US-Aufklärer, die sich eingraben, feuern, ausweichen oder schlicht hoffen, dass sie noch eine Runde durchhalten
- Jede Runde zwingt dich zu harten Entscheidungen:
- Position halten oder zurückziehen?
- Feuer konzentrieren oder Fläche decken?
- Moral riskieren oder Zeit gewinnen?
Das Spiel lebt von seiner Spannungskurve. Anfangs denkt man noch: „Ach, das halte ich locker.“
Zwei Runden später sitzt man da, starrt auf den Plan und fragt sich, welcher Zug wohl das kleinere Übel ist. Klassischer DVG-Moment.

Geschichtlicher Hintergrund

Die Schlacht am Lanzerather Kamm ging am 16. Dezember 1944 ab, dem ersten Tag der Ardennenoffensive im Zweiten Weltkrieg, in der Nähe des Dorfes Lanzerath in Belgien, an der wichtigen Route für den deutschen Vormarsch im nördlichen Teil der Operation. Die amerikanischen Streitkräfte bestanden aus zwei Trupps mit insgesamt 18 Männern, die zu einem Aufklärungszug gehörten, und vier vorderen Artilleriebeobachtern, denen ein deutsches Bataillon mit etwa 500 Fallschirmjägern gegenüberstand. Während einer ganztägigen Auseinandersetzung fügten die amerikanischen Verteidiger den Deutschen Dutzende Verluste zu und verzögerten den Vormarsch der gesamten 1. SS-Panzerdivision, der Speerspitze der deutschen 6. Panzerarmee, um fast 20 Stunden.

In der Abenddämmerung umzingelten die Deutschen schließlich die Amerikaner und nahmen sie gefangen. Nur ein Amerikaner, ein Artilleriebeobachter, wurde getötet, 14 weitere wurden verwundet, während die deutschen Verluste insgesamt 92 Mann betrugen. Die Deutschen machten eine Pause, weil sie dachten, dass sich in den Wäldern noch mehr Amerikaner und Panzer versteckten. Erst als SS-Standartenführer Joachim Peiper und seine Panzer um Mitternacht, zwölf Stunden später als geplant, eintrafen, merkten die Deutschen, dass die Wälder in der Nähe leer waren.

SS-Obsturmbfhr. Joachim Peiper, Kdr. der Pz.-Rgts.-SS-Pz. Div. Lbstd. „Adolf Hitler“, erhielt das Eichenlaub am 3.2.44
PK Alber/Scherl
Da die Kommunikation mit dem Bataillons- und dann dem Regimentshauptquartier abgebrochen war und die Einheit anschließend gefangen genommen wurde, waren ihre Lage und ihr Erfolg bei der Verzögerung des Vormarsches der 6. Panzerarmee an diesem Tag den US-Kommandeuren nicht bekannt. Oberleutnant Lyle Bouck betrachtete die Verwundung der meisten seiner Männer und die Gefangennahme seiner gesamten Einheit als Misserfolg.

Als der Krieg fünf Monate später zu Ende war, wollten die Männer des Zuges, die auf zwei Kriegsgefangenenlager verteilt waren, einfach nur nach Hause. Erst nach dem Krieg erfuhr Bouck, dass sein Zug den Vormarsch der führenden deutschen Infanterieeinheiten verhindert und den Vormarsch ihrer Panzereinheiten um etwa 20 Stunden verzögert hatte. Am 26. Oktober 1981, nach langem Lobbying, einer Anhörung im Kongress und einem Brief von Bouck, wurden endlich alle Mitglieder der Einheit für ihre Tapferkeit an diesem Tag geehrt, wodurch der Zug zur am höchsten dekorierten amerikanischen Einheit seiner Größe im Zweiten Weltkrieg wurde.

Bestandteile

DVG-typisch kommt Lanzerath Ridge funktional daher. Keine Materialschlacht, sondern alles auf Zweckmäßigkeit getrimmt:
- Spielplan mit dem Lanzerath Ridge und seinen Schlüsselpositionen
- Karten für deutsche Angriffe, Ereignisse und US-Reaktionen
- Marker für Einheiten, Verluste, Moral und Kontrolle
- Spielerhilfen, die man sehr schnell schätzen lernt
- Regelheft mit historischem Hintergrund (Pflichtlektüre!)
Optisch ist das Ganze nüchtern, fast schon spröde – aber ehrlich: Wer hier bunte Miniaturen erwartet, ist im falschen Schützengraben.
Inhalt
- 140 Spielkarten
- 4 Stanzbögen
- 1 Karte (83,8 cm x 43,2 cm)
- 1 Regelbuch
- 3 Referenzblätter
- 1 Spielbox
- 5 Würfel
Erweiterungen
–
Valiant Defense Universum
Mit der Valiant Defense-Reihe kannst du spannende Geschichten über Mut erleben, in denen kleine Truppen gegen unvorstellbare Widrigkeiten kämpfen. Die Spiele der Reihe konzentrieren sich auf einzelne Verteidiger und sind tief in der Geschichte verwurzelt, bieten aber gleichzeitig ein schnelles Spielerlebnis mit einfachen Regeln.
Lanzerath Ridge – Battle of the Bulge von DVG Games wirft uns mitten in den Dezember 1944. Schnee, Kälte, deutsche Übermacht – und eine Handvoll US-Aufklärer, die auf einem unscheinbaren Hügel bei Lanzerath plötzlich Weltgeschichte schreiben.
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Mehr sehenValiant Assault Universum
Mit der Valiant Assault-Reihe kannst du spannende Geschichten über Mut erleben, in denen kleine Truppen gegen unvorstellbare Widrigkeiten kämpfen. Die Spiele der Reihe konzentrieren sich auf einzelne Angriff und sind tief in der Geschichte verwurzelt, bieten aber gleichzeitig ein schnelles Spielerlebnis mit einfachen Regeln.
Die Merville-Batterie war in der Normandie, ungefähr 6 Meilen/10 Kilometer östlich von Sword Beach und weniger als 12 Meilen/20 Kilometer nordöstlich von Caen. Sie lag direkt östlich von Ouistreham und nordöstlich von Pegasus Bridge, auf der Ostseite des Flusses Orne. Die Batterie war ein wichtiger Teil des Atlantikwalls.
Mehr sehenSCORE OUT OF 10
8
VERDICT & FINAL NOTE
Lanzerath Ridge ist kein großes, episches Wargame – und will es auch nicht sein. Stattdessen bietet es:
hohe historische Dichte
kurze, intensive Spielsessions
echtes „David gegen Goliath“-Gefühl
Es ist fordernd, manchmal gnadenlos und definitiv nichts für Spieler, die gern alles unter Kontrolle haben. Aber genau das macht den Reiz aus.
Abschließende Bemerkung
Für mich ist Lanzerath Ridge eines dieser Spiele, bei denen man nach der Partie kurz innehält und denkt: „Okay, das war ernst.“
Die Mechaniken drängen sich nicht in den Vordergrund, sondern dienen klar der Geschichte. Wer DVGs Fokus auf historische Situationen mag und kein Problem mit wiederholtem Verlieren hat, wird hier sehr glücklich – alle anderen lernen Demut. Schnell.
Empfehlung
Für Solo-Wargamer und historisch Interessierte ein echtes Highlight. Für Gelegenheitsspieler eher ein Betonklotz zu viel.
PROS
- Sehr starke thematische Einbindung
- Kurze Spielzeit bei hoher Spannung
- Solitär perfekt spielbar
- Historisch außergewöhnliches Szenario
CONS
- Grafisch eher funktional als hübsch
- Kaum Varianz abseits der Karten
- Schwierigkeitsgrad kann frustrieren
- Nichts für Spieler mit Miniaturen-Fetisch




